Texte über Barbara Haag

zum Text Die Konstruktion der Intuition – zu den Bildern von Barbara Haag (- Auzug -)
Constanze Musterer, Kunsthistorikerin zur Eröffnung der Ausstellung
Barbara Haag – Neue Arbeiten auf Papier und Leinwand
Cum Laude, Universitätsstr. 4, 30. März 2009
 
zum Text Aus sich selbst heraus
Von Dr. Ursula Prinz, Stellvertretende Direktorin der Berlinischen Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Photographie und Architektur Berlin
 
zum Text Spannung, Störung, Schönheit
Von Adrienne Braun, Stuttgart, Journalistin / Kunstmagazin art
 
zum Text Komm mit ins Land der Möglichkeiten
Von Elfi Kreis, Kunstjournalistin in Berlin
 
 

Die Konstruktion der Intuition – zu den Bildern von Barbara Haag (– Auzug –)

Die durchweg abstrakten Gemälde von Barbara Haag wirken auf den ersten Blick, als seien sie spontan oder intuitiv gemalt. Sie strahlen Leichtigkeit und Lebensfreude aus, die durch einen betont leichten Farbauftrag oder durch scheinbar dichte Übermalungen erreicht werden. Es sind die für diese Breitengrade ungewohnten Töne von Orange, Strukturen von durchbrochenem Weiß mit Primärfarben und die Abstufungen von Blau, die das Auge fesseln – die Palette von Barbara Haag hat eine außergewöhnliche Helligkeit ohne dabei die Kraft der Farbe zu verlieren.
Der oberste Farbauftrag dient Barbara Haag dazu, zuvor festgelegtes, nun darunter Liegendes herauszuarbeiten. Im Resultat ist für den Betrachter heimliches und unheimliches, bekanntes und unbekanntes zu entdecken, die Farbe scheint sich zu vergegenständlichen und evoziert in ihrer assoziierten Gestalt individuelle Bilder.

Durch diese bewusste Setzung der Farben entstehen Farbarchitekturen, die Räume öffnen und Einblicke in scheinbar durchlaufene Straßen und Gassen oder in Häuser und Fenster gewähren. Verhüllt werden diese Architekturen durch eine Farbfassade, die analog einem sichtdurchlässigen Vorhang unseren Voyeurismus hervorkitzelt und der unwillkürlich eine neue Zeit inhärent ist: Ihre Farbigkeit vermittelt eine ausgesöhnte Gegenwart mit zukunftsweisender Kraft. Architektur und Stadt sind immer auch Spiegel und Sinnbilder einer Gesellschaft und das Haus ist immer auch Metapher für den Körper und die Seinszustände des Menschen. So gesehen werden die Bilder von Barbara Haag durch die Betrachtung individuell lebendig, sie werden zu Spiegeln innerer Zustände ohne im Konkreten darauf angelegt zu sein.

Bilder wie –Stille Betrachtung– oder –Begegnung– erinnern hingegen eher an Landschaftsarchitekturen. ... Die Kompositionen zeigen eine Ausgewogenheit der Farben und der Farbdichte, die man mit der natürlich anmutenden Perfektion vogelperspektivischer Landkarten vergleichen möchte. Doch Barbara Haag gelingt es, den Aufbau einer Idylle, die immer ein Trugschluss ist, zu vermeiden, indem sie bewusst Elemente wie starke, im Kontrast stehende Farbtupfer oder den in diesen Bildern oft zu findenden Kreis einbaut. Die Kreislinie als perfekte Form hält hier zum einen das Bild zusammen und durchbricht dennoch die Harmonie. Die Spannung dieser Bilder rührt vorrangig aus diesen kleinen, so wichtigen Details.

Barbara Haag kanalisiert und konstruiert ihre Intuitionen in den abstrakten Bildkompositionen anstelle konkreter äußerer Anlässe oder Themen. Mit den weit gefassten Titeln ihrer Bilder führt sie den Betrachter zum Nachdenken über die Stimmungen und Inhalte ihrer Bilder. Bilder sind für Barbara Haag ein Medium, um Assoziationen zu evozieren. Entsprechend möchte sie meditative Gedanken und Emotionen beim Betrachter lediglich auslösen und an die Oberfläche holen, ohne konkrete Vorgaben, ohne ein Richtig oder Falsch.

Ihre Bilder erscheinen als ein reflektierter Rückblick, der von großer Reife zeugt, überlagert mit einem positiven Hier und Jetzt, dass eine grundsätzlich affirmative Einstellung zum Leben und zur Welt vermittelt. Alle Ecken und Winkel, alle Höhen und Tiefen, alles Dichte und Leichte, alle erfahrbaren Seinszustände sind in diesen Gemälden von einer Toleranz getragen. Hierzu zählt auch die Besonderheit, dass Barbara Haag ihre Gemälde meist so komponiert, dass sie von verschiedenen Seiten gesehen werden können. Durch das Drehen kann ein Bild seinen Inhalt verändern, verliert jedoch nie seine ausgewogene Komposition. Ein skulpturales Denken also, das einer Malerin eher ungewöhnlich ist und den Adressat Betrachter in den Vordergrund rückt.

© Constanze Musterer, Kunsthistorikerin


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Aus sich selbst heraus

Es sind Bilder, die ungewöhnlich sind, weil man ihnen ansieht , dass Barbara Haag nicht eine bestimmte Schule durchgemacht hat, sondern sich im wesentlichen fast autodidaktisch gebildet hat. Man kann die Bilder schwer in eine kunsthistorische Richtung einordnen. Sie sind hauptsächlich aus der Farbe entstanden, in mehreren Schichten, oftmals in komplementären Tönen und zum Schluss wurde eine weiße Struktur darübergelegt.

Weiß ist die Farbe, die alle anderen Farben in sich trägt und Barbara Haag hat damit die anderen Farben überdeckt und eine Struktur geschaffen, so daß die Bilder nicht in Farbe schwimmen, sondern ein Gerüst bekommen, das sie in dem Geviert hält. Sie hat auch Vergitterungen darüber gelegt, es ist etwas Prozeßhaftes in diesen Arbeiten. es ist eine ständige Auseinandersetzung mit der Leinwand und mit der Farbe. Und bei den kleineren Arbeiten hat Barbara Haag oft noch eine grafische Bewegung gemacht, mit schwarzen Strichen, eine schwarze Figuration, die Halt gibt, die aus der Bewegung heraus entstanden ist, aus dem Körperhaften.

Die Bilder haben etwas Meditatives. Zugleich ist darin eine große Freiheit enthalten. Man merkt, daß die Künstlerin sich nicht an irgendwelchen Vorbildern orientiert, sondern aus ihrer Freude an der Farbe heraus malt, daß sie sich selber keine Beschränkung auferlegt, außer der, daß das Bild zum Schluß stimmen muß, es strukturiert werden muß, Es ist ein Kampf zwischen Form und Farbe, aber die Farbe hat immer das Primat. (Auszug)

Dr. Ursula Prinz, Stellvertretende Direktorin der Berlinischen Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Photographie und Architektur Berlin


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Spannung, Störung, Schönheit

Erlauben Sie zunächst eine Mutmassung: ich vermute, dass die meisten von Ihnen auf die Frage "Was erwarten Sie von Kunst?" antworten würden: sie muss mir gefallen. Nun ist das Gefallen eine subjektive Kategorie jenseits der Ration. Und vermutlich könnten Sie nur vage erklären, dass bestimmte Farben, Formen, Konstruktionen, ein Rhythmus oder ein Motiv ihre Sinne stimulieren. Aber ist das deshalb schon Kunst? Garantiert eine schöne, harmonische Form bereits einen künstlerischen Ausdruck? Oder bewegen wir uns hier nicht nur im Bereich der Dekoration?

Schauen wir uns die Gemälde etwas genauer an. Ich wage zu behaupten, dass sie schön sind. Die Farben sind klar und freundlich, was einen sofort für diese Malerei einnimmt. Auch wenn unmittelbar keine konkreten Motive erkennbar sind, wird man doch verführt. Es mag banal klingen, ist aber entscheidend: Die Bilder sind komponiert, das heisst, die Formen sind innerhalb des Bildrahmens arrangiert worden, wodurch sie geschlossen und stimmig erscheinen. Jede Linie ist Teil eines Gesamtgefüges, einer Einheit. Im Betrachter weckt dies ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit. Er begibt sich in das Bild hinein, in dem alles seinen Platz hat, sich offen zu erkennen gibt.

Hier zeigt sich aber, dass Komposition keineswegs eine banale Angelegenheit ist, sondern die wohl größte Herausforderung für einen Künstler, der ungegenständlich malt. Mit höchster Souveränität komponiert Barbara Haag ihre Bilder – und zwar so, dass die Komposition nicht als solche zu erkennen ist und das Konstruktionsprinzip nicht blosses Prinzip ist.

Es ist wie eine musikalische Komposition. Wie die verschiedenen Instrumente eines Orchesters fügen sich die Linien und Formen zusammen. Die Farben pulsieren wie der Rhythmus der Musik, Linien führen über die Fläche als sei es eine Melodie. Wie in einer Sinfonie können Sie einzelne Stimmen herausfiltern, aber sie verlieren sich doch, tauchen wieder ein in einen Teppich aus Farben, werden von anderen Klängen überlagert.

Das ist schön – wie eine perfekt arrangierte Musik schön sein kann. Aber es ist mehr als das, denn Handwerk genügt nicht, um Formen zu komponieren. Bleiben wir bei der Musik. Eine hübsche Melodie, ein eingehender Rhythmus sind wohlig und werden schnell zu Ohrwürmern, aber sie bleiben im Bereich der seichten Unterhaltungsmusik, leicht eingänglich und ohne wirkliche Konturen.

Der Schritt zur Kunst lässt sich technisch erklären, aber es geht um mehr : Um das Erfassen von Welt und Sein. Was die Qualität von Barbara Haags Malerei ausmacht – und was sie von der blossen Dekoration unterscheidet – ist die Störung der Harmonie. Die Bildelemente sind nicht friedlich in Bezug zueinander gesetzt worden, sondern zwischen ihnen herrscht Spannung. Sie reagieren aufeinander, hängen voneinander ab, brauchen sich, um diese malerische Welt zusammenzuhalten. Rundformen und Geraden, Hell und dunkel, versöhnlich und harte Farbtöne prallen aufeinander, arrangieren sich, ohne zu verleugnen, dass sie unterschiedlich sind. Aggressive Partien werden sanft durch benachbarte zarte Flächen, scheinbar harmlose Elemente werden mit Energie aufgeladen durch ein kraftvolles Nebenan. So versöhnlich die Bilder von Barbara Haag zunächst anmuten mögen, es brodelt doch in ihnen eine explosive Spannung, eine Kraft, die die Künstlerin gebändigt hat. Ein labiles Gleichgewicht, so wie in unserer Welt, die manchmal durch Verschiebung nur einer Komponente aus den Fugen gerät.

In der Malerei von Barbara Haag geht es also keineswegs ausschliesslich um Malerei, um Formen und Farben. Die abstrakten Kompositionen erzählen uns vom Ringen um Stabilität und von der Suche nach Harmonie zwischen gegensätzlichen, widerstrebenden Teilen. Die Ecken und Kanten, die Brüche und Widersprüchlichkeiten werden nicht verleugnet – wie dies beim Dekor oder in der Musik beim Schlager wäre – sondern sie existieren sichtbar nebeneinander und erinnern daran, wie hart erkämpft, wie fragil jede Harmonie, jede Ordnung ist.

Wir finden in der Malerei von Barbara Haag also auch ein Dahinterliegendes, übrigens im wahrsten Sinn des Wortes. Die meisten ihrer Bilder sind geschichtet. Wir bewegen uns nicht in einer Dimension, sondern die Schichten, die durchblitzen, schaffen Tiefe und Räumlichkeiten. Der schnelle Oberflächenreiz entpuppt sich als trügerisch. Hinter dem unschuldigen Weiss tun sich Abgründe auf, Verborgenes, Verdrängtes, das sich durcharbeitet – wie in unserer Psyche, die so verzweifelt manches verstecken will, das dann doch plötzlich durchbricht und die schön zurecht gezimmerte Fassade zum Einstürzen bringt.

Der Mensch ist voller Widersprüche, hat ambivalente Gefühle. Liebe ist immer auch mit Hass verbunden, Glück kann nur empfunden werden, wenn man den Zustand des Nicht–Glückes kennt. Barbara Haag erzählt uns in ihrer Malerei vom ureigensten Wesen des Menschen und damit auch vom Sein schlechthin. Mit scharfer Spitze kratzt sie von der sorgfältig übertünchten Leinwand die Farbe ab – und legt das Dahinterliegende frei. Nur knapp scheint sie manchmal aggressive Explosionen verhindern zu können, in mancher Pore scheint die rohe Gewalt zu lauern. Barbara Haag baut ihre Bilder Schicht für Schicht auf und lässt uns ahnen, dass es nie nur ein Ebene gibt, dass alles, was ist, in Relation steht zu anderen Dimensionen, Bereichen des Bewusstseins, Hierarchien, Systemen.

Und so führt diese Malerei uns fort vom schönen Schein, der zunächst unsere Sinne stimuliert hatte. Sie konfrontiert uns auf behutsame Weise mit existenziellen Fragen und macht uns nebenher noch deutlich, wie albern und banal unsere Sehnsucht nach einer glatten Dekoration ist, die die Ambivalenzen verleugnet – und uns letztlich betrügt, weil sie einen essentiellen Teil unseres Seins verschweigt. Mit dem Wissen um die Abgründe, die Aggressionen und das Zerstörerische, können wir die kurzfristige Harmonie erst in ihrem ganzen Ausmaß erkennen und erleben. Am Ende der Kunstbetrachtung kann aber auch Glück stehen. Barbara Haag führt uns vor, dass die Welt eine ambivalente ist, kompliziert, vielschichtig, gefährlich – und beweist uns dabei doch, dass es wahre Schönheit gibt – nicht trotz, sondern gerade wegen der Differenzen.

Adrienne Braun, Stuttgart, Journalistin / Kunstmagazin art


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Komm mit ins Land der Möglichkeiten

Barbara Haag ist eine Künstlerin, die Farbe bekennt. Energiegeladene Primärfarben von beeindruckender Leuchtkraft signalisieren Optimismus und Aufbruchstimmung. Ihre Palette kommt frisch und in geradezu ansteckend heiterer Harmonie daher. Lebenslust und Lebensfreude teilen sich in ihren Bildern sofort und 'einleuchtend' mit. Sinnlich und visuell nachhaltig packen uns Barbara Haags abstrakte Kompositionen in ihrem leuchtenden, klaren und kraftvollen Kolorit, ihrer emotional zündenden Farbigkeit. Die Farbintensität ihrer Bilder entspricht der Forderung Kandinskys, der einst im Hinblick auf die Künstlergruppe der Blaue Reiter verlangte: "Die Farbenpracht im Bilde muss den Beschauer gewaltig anziehen und zur selben Zeit muss sie den tiefliegenden Inhalt verbergen". Diese "gewaltige Anziehung" durch die Farbe erleben wir bei Barbara Haags Arbeiten auf Leinwand und Papier aus den letzten fünf Jahre ganz unmittelbar.

"Das Leben ist ein Abenteuer" nennt Barbara Haag übergreifend eine Werkserie. Gemeint ist auch das Abenteuer der Malerei, auf das sie sich spät, aber mit umso mehr Elan und Engagement inzwischen voll und ganz eingelassen hat. Sie ist in Stuttgart geboren. In Ludwigsburg begann sie zunächst Kunst zu studieren, um dann an die Universität Stuttgart zu wechseln wo sie Germanistik, Politik– und Kommunikationswissenschaft studierte und in Soziologie promovierte. Damals wie in der Folgezeit, als sie u.a. als Journalistin tätig war, hat Barbara Haag nie aufgehört, zu malen. Aber zunächst tat sie dies vor allem für sich selbst. 1986 kam sie nach Berlin. Seit sieben Jahren wagt Barbara Haag das Abenteuer Kunst unter den Augen der Öffentlichkeit – und eine gute Portion Energie, Risikobereitschaft und Wagemut braucht es allemal dazu, die Malerei zum Fulltimejob und Hauptberuf zu machen.

Im schwebend leichten, tänzerischen Zusammenspiel von Farbe und Form lautet ein Schlüsselbegriff zum Werk Barbara Haags: Struktur. Bei allen Anklängen eines geometrischen Basisvokabulars, trotz architektonisch hergeleiteter Elemente wie Bögen und Bogenformen sind dies bei Barbara Haag meist organische; vor allem aber bewegte, lebendige Strukturen. Schwungvoll aus dem Gestus der Hand wie dem Maß des eigenen Körperradius entwickelt. Reduktion auf Grundmuster, auf elementare Daseinsmuster ist ein Wesensmerkmal ihres Gestaltungsprozesses. Was sich nicht zuletzt an der Vielzahl von Bildtiteln ablesen lässt, die nicht zufällig auf dem Begriff "Leben" basieren. Was Barbara Haag in allen ihren Bildern letztendlich zu fassen sucht, ist jedoch keine Wiedergabe eines direkt von der Außenwelt, der gegenständlichen Welt der Dinge abgeleitetes, abstrahiertes Erscheinungsbild. Vielmehr geht es bei Barbara Haag um etwas, was tiefer unter der Oberfläche des Sichtbaren verborgen liegt. Sie spürt dem Wesen der Dinge, ihren Strukturen, inneren Ordnungsmustern, ihrem dynamischen Verlauf und Ablauf nach.

Alles dreht sich um "die Vielfalt des Lebens". Ihr geht die Künstlerin in einem intuitiv vollzogenen Malprozess auf den Grund. Ein Prozess, der kein vorgefertigtes Konzept braucht und ohne Vorzeichnung auskommt. Der stets zunächst ins Ungewisse führt, ja führen muss. Um an einem Ziel anzukommen, das über die Grenzen des bislang Erreichten hinausreicht. Ein Schritt des künstlerischen Handelns wird dabei aus dem anderen entwickelt. Dieser Vorgang ist bei aller Freiheit und Spontanität nicht willkürlich und ungezügelt, sondern besonnen und wohldurchdacht. Freie, lineare Formen und grafische Figurationen in dunkler Kreide geben hren Kompositionen Halt und unterstreichen mit organischer, körperhafter Geste die Bilddynamik. Die Zielgerade für jedes ihrer Bilder ist seine ausgewogene Balance, der wohltemperierte Zusammenklang. Auch wenn manche dieser Bilder zunächst mit bunter Impulsivität daherzukommen scheinen. Die Bilder von Barbara Haag basieren stets auf einem Arbeitsprinzip, das sich als "kontrollierte Spontaneität" und "emotionales Kalkül" bezeichnen lässt.

Abstrakte Bilder wie die ihren fordern von uns mehr als nur passive Betrachtung. Wir sollen den Weg ihres Werdens, ihren Aufbau, ihre Entstehung miterleben. Indem wir ihren freien Farbspuren, den Rhythmen, Maßverhältnissen, ihrer inneren Ordnung folgen. Unser Gefühl schwingt dann mit, wie eine Saite, wenn ein bestimmter Ton angeschlagen wird. In diesem Spannungsfeld wird Malerei zu einer "Machbarkeitsform des Möglichen". Folgen wir also Barbara Haags Aufforderung, die sie uns mit einem ihrer Bildtitel zuruft: "Komm mit ins Land der Möglichkeiten". Was uns dort erwartet? Meditative und existentielle Erfahrungen

Elfi Kreis, Kunstjournalistin in Berlin


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